Mittwoch, 15. April 2026

Socken für mich: Hipsulaisen karuselli

 ANMERKUNG: diesen Post hatte ich eigentlich schon Ende Januar geschrieben. Und dann vergessen zu veröffentlichen 😬




Dieses Design der finnischen Designerin Kati Koitto verwendet eine völlig neue Konstruktion  - es wird ein Sechseck gestrickt, das an zwei Kanten geschlossen wird, an zwei Kanten wird, zur Runde geschlossen, der restliche Fuß angesetzt, an den übrigen zwei Kanten des Sechsecks wird in Runden das Bein gestrickt.





Die Konstruktion wird also von der Ferse aus gestrickt, das Sechseck bildet dabei auch Teil des Fußes und des Beins.



Bis auf die Naht am Fußrücken ist das ganze Strickstück ein Paradebeispiel für einfaches Maschendreschen, zum Beispiel vorm Fernseher oder als nebenher mit Google Maps jonglierender Beifahrer 😆

Die Umrechnung auf die individuelle Größe ist einfach, es gibt nur zwei Runden, und das Muster bietet sich für Reste, selbststreifendes und extrem unruhiges Garn an.

Und natürlich für Leute, die Spaß an ungewöhnlichen Konstruktionen haben.




Meine Karussellsocke hat insgesamt 68 Maschen, also 34 je Segment, Nadelstärke 2,5 auf 7 Nadelspielnadeln und verstrickt habe ich Meilenweit Seta.

Zwischendurch sieht die Socke mehr nach Mütze und sehr funky aus... 

Anleitung: Mäppchen oder Tasche in Spiralrunden häkeln





 Dafür schnappen wir uns einen Taschenrohling, zum Beispiel einen preiswerten Jutebeutel oder wie ich hier ein kleines Baumwollmäppchen, Garn und eine zum Garn passende Häkelnadel. 

Später noch Nähzeug.

Mein Garn ist Royal Batik von Zeeman (100% Acryl), ich habe eine 5,0-Häkelnadel und ein Baumwolltäschchen von Tedi.





Zuerst locker!!! soviel Luftmaschen anschlagen, wie das Mäppchen lang ist, dann noch ein bis anderthalb Zentimeter zusätzlich - ich häkle sehr fest, und das Futter soll später eingenäht werden können, ohne Wellen zu werfen oder knubbelig in der Häkelhülle zu stecken. Dann lieber ein paar Millimeter Luft, das ruckelt sich zurecht ☝️🥸








Zumal die Luftmaschenkette sich noch ein wenig verkürzt, denn wir häkeln jetzt erstmal schön feste Maschen bis zum Anfang/Ende der Kette, dann in die selbe Anfangsmasche noch zwei feste Maschen und dann ins jeweils zwei Maschenglied der Kette. Am Ende angekommen zwei feste Maschen in die letzte Luftmasche, dann ohne Kettmaschen und dergleichen Feinheiten eine feste Masche in die nächste Masche - und das jetzt solange, bis das Mäppchen hoch genug ist. 




Dann Fäden vernähen und das Innenleben sauber einnähen.



Et voila, ein gehäkeltes Täschchen.



Virusoma III, und mimimi

 Das Tuch ist fertig. 

Also fast.

Es muss noch gespannt werden, was ich mir fürs morgendliche Sportprogramm vorgenommen habe.

Verhäkelt habe ich ein Knäuel Supergarne Twisto in Amethyst, und vorm Spannen sieht es jetzt nach einem großen Hals- oder kleinem Schultertuch für mich oder einem angemessen großem Schultertuch für Nichtwalküren aus.

Die lange Kante würde ich ungespannt auf gute 1,70 m schätzen, feucht gespannt könnten es 1,80 m + werden.

Schau'n wa mal.

Insgesamt gefallen mir Design, Garn und die Kombination aus beidem sehr, allerdings würde ich im Nachhinein eine größere Häkelnadel wählen, da ich brutal fest stricke und häkle.

Und im Moment auch noch langsamer als sonst, da ich mir die rechte Schulter geschrottet habe... wobei, "Schulter" ist nicht ganz richtig, die Rotorenmanschette ist beschädigt.

Weswegen ich auch im Moment nicht an Kaiju, meiner übergroßen Tagesdecke arbeite - die ist mir grade schlicht zu schwer und unhandlich für das wehe Ärmchen/Schulterchen. Aaaaaber, sie wird noch beendet! Vielleicht dauerts noch ein wenig länger, aber sie ist schon zu groß und weit vorangeschritten, um sie liegen zu lassen. Außerdem gefällt sie mir richtig gut, was bei meinen eigenen krummen Ideen nicht immer der Fall ist. ☝️😆

Also gibts jetzt erstmal Stricksocken und vielleicht noch ein weiteres schönes Tuch, bis ich wieder komplett hergestellt bin.

Montag, 13. April 2026

Einfacher Anglerhut, ein grobes Grundrezept

 




Diese Grundanleitung erfordert ein wenig Mathematik (keine Sorge, wir lassen rechnen ☝️😆), sowie Garn und Häkelnadel, mit denen ein recht steifer Stoff hergestellt werden kann - was Ihr verwendet, überlasse ich Euch, aber einfach genommene dünne Garne funktionieren eher nicht.

Alle Größen, von Baby bis Erwachsenenbumskopp sind machbar.

Der Häkelstoff sollte etwa so fest wie dicker Jeansstoff sein, oder fester, wenn der Hut etwas strukturierter sein soll.

Ob Ihr das mit mehrfach genommenener Sockenwolle oder Baumwollgarn, Acrylgarn oder Raffia macht und welche Häkelnadel Ihr dazu nehmt, überlasse ich Euch, ich habe Alison & Mae Sundae Yarn und eine 6,0-Häkelnadel genommen - weil ich den ergonomischen Griff austesten wollte und das Garn seit gefühlten Ewigkeiten auf Halde lag.

Der Anglerhut besteht aus drei Teilen, die ich als Modedepp jetzt mal ganz doof Hutdeckel, Hutseite und Hutkrempe nenne. 


1. Teil: der Hutdeckel

Der Hutdeckel wird als Kreis gehäkelt, und den Durchmesser, den wir haben wollen, berechnen wir: zuerst wird der Kopfumfang gemessen.

Daraus errechnen wir bzw ein Rechner für uns den nötigen Durchmesser unseres Hutdeckels.

Einen Rechner verlinke ich Euch hier, dazu einfach das Messergebnis in "Umfang" eintragen und "berechnen" anklicken.

➡️ Wer lieber "von Hand" rechnet, benutzt die Formel 

Durchmesser=Umfang÷3,14


Rechenbeispiel: wir möchten einen Hut mit 60 cm Umfang, dazu spuckt der verlinkte Rechner mir 19.098 aus, der Taschenrechner 19,1 (weil wir mit weniger Nachkommastellen von pi rechnen).

19 cm reichen also als mein Durchmesser, wenns 18,8 oder 19,2 cm sind, ist das auch nicht dramatisch. 

➡️ ich möchte meinen Hut locker haben, wer etwas mehr Passform/einen engeren Sitz haben möchte, zieht 2 cm ab! 



Gehäkelt wird wie folgt:

Runde 1: In einen Magic Ring werden 10 feste Maschen gehäkelt. ➡️ Warum 10? Weil nun damit einfach weiterrechnen kann, wenn später die Krempe gemacht wird. Keine Bange, es bleibt simpel!

Runde 2: in jede feste Masche der Vorrunde zwei feste Maschen häkeln = 20 Maschen aschen

Runde 3 und alle weiteren ungeraden Runden: eine feste Masche in jede Masche der Vorrunde häkeln = die Maschenzahl bleibt gleich.

Runde 4: *eine feste Masche in die erste Masche der Vorrunde häkeln, zwei feste Maschen in die zweite Masche der Vorrunde häkeln* = 30 Maschen 

Runde 6: *je eine feste Masche in die erste und zweite Masche der Vorrunde häkeln, zwei feste Maschen in die dritte Masche der Vorrunde häkeln* = 40 Maschen 

Runde 8: *je eine feste Masche in die erste, zweite und dritte Masche der Vorrunde häkeln, zwei feste Maschen in die vierte Masche der Vorrunde häkeln*

So weiterverfahren, bis der Hutdeckel ganz knapp fast die gewünschte Größe hat, egal, ob es eine gerade oder ungerade Runde ist.

Der Übergang von Deckel zu Hutseite ist eine Runde fester Maschen ohne Zunahmen, bei denen nur ins hintere Maschenglied eingestochen wird, dadurch entsteht eine kleine Kante.



2. Teil: die Hutseite 

Easypeasy - feste Maschen ohne Zunahmen in Runden, bis man den Eindruck hat, der Hut säße anständig am Kopf.

Dazu habe ich meinen einfach alle paar Runden anprobiert. 

In der letzten Runde, der Übergangsrunde zur Krempe, bei jeder festen Masche nur ins vordere Maschenglied einstechen. 





3. Teil: die Hutkrempe 

Die Maschen einmal durchzählen - bei mir sind es 87, obwohl es 90 sein sollten. Halb so wild, solange der bisher entstandene unfertige Hut nicht zu eng ist. 🤷‍♀️

1. Runde: feste Maschen, dabei auf eine Zahl teilbar durch 10 zu- oder abnehmen.

2. Runde: *in die ersten 9 Maschen der Vorrunde je eine feste Masche häkeln, in die 10. Masche der Vorrunde 2 feste Maschen häkeln. 

3. und alle weiteren ungeraden Runden: in jede Masche der Vorrunde eine feste Masche häkeln. 

4. Runde: *in 11 Maschen der Vorrunde je eine feste Masche häkeln, in die 12. Masche der Vorrunde 2 feste Maschen häkeln*

Usw., bis die Krempe weit genug ist.

Dann alle Fäden gründlich vernähen. 




Montag, 6. April 2026

100 Häkelteile 2026: #23, Anglerhut

 Da ich im Moment etwas lädiert bin und feine Fisselarbeiten unlustig sind, wenn man den rechten Arm nur wenig bewegen kann, habe ich ein recht grobmotorisches Teil dazwischen geschoben; es lag genug Garn herum, das nicht anderweitig verplant war, ich wollte die ergonomische Häkelnadel ausprobieren, und nachdem mein Strohboater mittlerweile auseinanderfällt, brauche ich auch einen neuen Sonnenhut.

Also habe ich dieses Monstrum gehäkelt; an einer halbwegs brauchbaren Anleitung arbeite ich noch.

Ja, der Hut ist kein Highlight des Modedesigns, dafür einfach und leicht anzupassen. 🤷‍♀️



Montag, 23. März 2026

100 Häkelteile 2026: Virusoma, Teil 2

Ich habe ein paar Tage pausieren müssen und häkle immer noch mit angezogener Handbremse... meine rechte Schulter hat beschlossen, komplett zu streiken, sodass ich nur den Unterarm ein wenig bewegen kann, ohne dass es schmerzt.
Nun ja, ganz ohne Handarbeiten gehts nicht, häkle ich halt noch langsamer als sonst 😒

Der fünfte Teil des Tuches ist wieder im Grannystich, hier habe ich 2 Rapporte gehäkelt, danach kommen 3 Rapporte Virus.

Allmählich wechselt die Farbe Faden für Faden nach Flieder.  💪



Sonntag, 15. März 2026

100 Häkelteile 2026: Virusoma

 Nummer 22 meiner angestrebten 100 Häklereien dieses Jahr wird ein Tuch mit Grannystich- und Viruselementen.

Man könnte sich das selbst berechnen. 

Oder man nutzt eine Anleitung, ich nutze diese von Pat Foster.

Als Garn habe ich Twisto von Supergarne in der Farbe Amethyst, dazu eine Häkelnadel 3,5.


Den Anfang habe ich, wie in der Anleitung, mit 4 Reihen Grannystich und zwei Rapporten Virusstich gehäkelt, danach hat man eigentlich den Bogen raus  - Grannyteile sind immer vier Reihen, die beliebig oft wiederholt werden, darüber dann Rapporte vom Virusstich, die ebenfalls beliebig oft wiederholt werden können. 

Mein bisheriger Stand ist jetzt: 

  • • 1 Rapport Granny
  • • 2 Rapporte Virus 
  • • 2 Rapporte Granny 
  • • 3 Rapporte Virus.
Und ich bin gaaaaanz vorne beim zweiten Farbwechsel - der erste war von Nachtblau zu Marineblau, jetzt schleicht sich der erste winzige Hauch hellblau ein.

Bislang gefällt mir das Tuch sehr gut, und durch die zwei simplen und unterschiedlichen Stiche ist es sowohl beim Häkeln wie auch optisch ganz interessant. 


Das Garn besteht aus sechs verzwirnten Fäden (ich habe es fürs Foto etwas aufgedröselt [aaargh, der schmutzige Daumennagel 🤨]), von denen nach und nach immer mehr in eine andere Farbe wechseln.
Im Moment wechseln wir langsaaaaaaam von Marineblau zu einem hellen Babyblau.