Donnerstag, 8. Oktober 2020

Resteverwertung: Marktfrauenhandschuhe für jeden Tag

 Und wieder ein paar Reste verwurstet verstrickt, ole ole! 💪


Verwendet habe ich Nicole Krenns Anleitung Grifflinge, die bei Ravelry in deutsch und für umme herunterzuladen ist, sowie Sockenwollreste und zwei Perlmuttknöpfe aus meinem Fundus.


Ich stricke sehr selten Zeug für die Hände, habe aber eine noch sehr frische und empfindliche Narbe am rechten Lieblingsfinger, daher musste ein wärmender Schutz her.


Meine Handschuhe sind A-B-S-O-L-U-T identisch. 

Also, total.

Wie Spiegelbilder.

Hundert Prozent.

 

 


 

 

 

 

Sie haben nur unterschiedliche Farben.


Ich könnte jetzt lügen und behaupten, das symbolisiere sich ergänzende Gegensätze - Yin und Yang, Eis und Feuer, Tag und Nacht, Links und Rechts...


Tatsache ist aber, ich war zu faul, meine selbstmusternden Reste abzuwiegen und habe die Mengen falsch geschätzt... und weil ich keinen zweiten blau-violetten Rest hatte, habe ich mich für einen kontrastierenden Farbrest in rosa entschieden.

 

Rein zum technischen: die Handschuhe sind schnell und einfach zu stricken, aber für mich kein gutes Projekt für unterwegs - es sei denn, man hat Bock, mit Maschenraffer, Nadelspiel und Rundnadel unterwegs zu sein.


Bei mir waren die Grifflinge ein entspannendes Fernsehstrickprojekt; sie sind wirklich simpel zu machen, aber ich lege bei Stricksachen, die bis zur Fertigstellung in der Handtasche wohnen, nicht gern Maschen still oder habe da Nadeln runterbommeln. 

Dafür dann lieber eine nette Socke oder ganz effe Pulswärmer auf der Zauberschlinge ;)


ABER fürs gemütliche Netflix-Schauen sind die klasse.


Und das Resultat ist super - grundsolide, warme Handschuhe für jeden Tag, dank der Fäustlingklappe leidet die Motorik nicht, sie sind unisex und wenn man sie nicht grade in blau und rosa macht, sondern in neutralen Farben, passen sie dank ihrer Schlichtheit auch zu allem.

Resteverwertung: Windlichter

 

 

 

Ich habe eine ziemlich Menge an SoWo-Resten angesammelt und keine Lust auf Restesocken gehabt...


Und da die Tage allmählich kürzer und trüber werden, meine Balkonbepflanzung so langsam schlapp macht und ich neben Wollresten auch begeistert ausgespülte Konservengläser bunkere, habe ich beschlossen, Windlichthüllen zu stricken.


 
 
Meine Gedanken zum Design:
  • Das Glas muss trotz Hülle gut und sicher stehen, und auf keinen Fall wackelig.
  •  Die Hülle soll ohne Klebstoff oder ähnliches am Glas sitzen.
  •  Viele Löcher = viel Licht, das durch die Hülle kommen; Spitzenmuster sind hier also spannender als zum Beispiel Zopf- oder Ganseymuster.
  • Verwursten lässt sich jede Farbe und jedes Muster, aber es soll auch unbeleuchtet nett aussehen; für selbststreifende Garne bieten sich Muster an, die Wellen, Bögen oder Zacken bilden, für wildernde/poolende oder einfach nur extrem unruhige Färbungen sind schlichte und geometrische Muster schön.



Material:
- leere Konserven-, Marmeladen-, Saucengläser
- Sockenwollreste
- Nadelspiel, Rundnadel oder CraSy Trio
- Stopfnadel und Schere zum Vernähen
- Maschenmarkierer

Glas mit 10 cm Durchmesser, Boden:
16 Maschen anschlagen und zur Runde schließen.
Runde 1: alle Maschen rechts
Runde 2: *1 Umschlag, 2 rechts* - 24 Maschen total
Runde 3: alle Maschen rechts
Runde 4: *1 Umschlag, 3 rechts* - 32 Maschen total
Runde 5: alle Maschen rechts
Runde 6: *1 Umschlag, 4 rechts* - 40 Maschen total
Runde 7: alle Maschen rechts
Runde 8: *1 Umschlag, 5 rechts* - 48 Maschen total
Runde 9: alle Maschen rechts
Runde 10: *1 Umschlag, 6 Maschen rechts* - 56 Maschen total
Runde 11: alle Maschen rechts
Runde 12: *1 Umschlag, 7 Maschen rechts* - 64 Maschen total
Runde 13-15: alle Maschen links
Runde 16: alle Maschen rechts

Zum Muster wechseln; hier eignen sich alle Muster, die durch 2, 4, 8 oder 16 teilbar sind.

Ich habe mich zu Einen für ein schönes Blattmuster entschieden (buntes Windlicht), zum Anderen für das gute alte Pfauenschweifmuster (schwarz, grün, weiß).

Das Muster nun bis kurz unter das Gewinde stricken, dann 5-10 Runden *1 rechts verschränkt, 1 links* und elastisch abketten. 


Ich mag das Russian Bindoff/Russische Abketten - gut elastisch, ordentliche Optik und angenehm einfach und schnell: im Grunde werden dabei laufend zwei Maschen zusammengestrickt, ob links oder rechts hängt dabei von der zweiten Masche auf der linken Nadel ab; wenn *1 rechts, 1 links* als Nächstes auf der Nadel ist, werden beide Maschen links zusammengestrickt, wenn *1 links, 1 rechts* anstehen, werden beide rechts zusammengestrickt.

Dann wird die soeben neu gebildete Masche wieder zurück auf die linke Nadel gehoben und das Spiel beginnt von vorn.

 

Blattmuster




Pfa

Pfauenschweif




Montag, 21. September 2020

September: Auf der schiefen Bahn










 Ich gehe mal meine Strickziele für dieses Jahr durch:

  1. wenigstens ein Fairisle-Projekt
  2. wenigstens ein eigenes Design plus ausgeschriebene Anleitung im Blog
  3. einmal Entrelacsocken
  4. einmal lustig konstruiert  ✔
  5. einmal mit verkürzten Reihen  ✔ (Bein)
  6. und mindestens ein Projekt, das schon ewig auf der To do-Liste herumgammelt ✔ (fast 11 Jahre!!!)

 

Diese Socken wären dann Punkt 4, 5 und 6 und ich weiß, dass das ein wenig gepfuscht ist... aber! ich habe durch eine operation an der Hand eine Zwangspause einlegen müssen und hoffe, mein normales Stricktempo bald wieder erreicht zu haben.

Ich habe in diesem Blogpost gefühlt 400 Links gesetzt; dies ist NICHT, weil diese Socken so unglaublich kompliziert zu stricken wären, sondern einfach, um es meinen wenigen, aber hoch geschätzten Lesern einfacher zu machen, nachvollziehen zu können, was die komische Tante im Internetz da macht und warum.

 Da ich ja bislang einen guten Lauf beim Verstricken oller Butinette-Paketwolle hatte, habe ich wieder ganz tief in die Wollkiste gegriffen und eine wirklich seltsame Farbkombination  ausgebuddelt...

Ich habe keine Ahnung, aus welchem Paket diese Wolle stammt, nur, dass es mit 100% Sicherheit Butinette ist. 

Das Muster heißt Skew und ist von Lana Holden erdacht; es ist ursprünglich in der Knitty-Ausgabe Winter 2009 erschienen und gratis. Es gibt auch eine deutsche Übersetzung.

Gestrickt habe ich die Socke mit Nadelstärke 3,0 und das Bündchen mit 2,5, das passt an meinen komischen Füßen ganz gut.

Ich habe mich stur an die Anleitung gehalten, die Ferse mit dem Finchley Graft geschlossen und mit JSSBO abgekettet.

 Diese Socken standen seit ihrem Erscheinen auf Knitty.com auf meiner Tanzkarte, und ich kann kaum glauben, wie lang ich sie vor mir her geschoben habe - sage und schreibe 11!!! Jahre.

Tatsache ist: wer links- und rechtsgeneigte Zu- und Abnahmen stricken kann (und für beides reicht ein Besuch bei YouTube) und den Maschenstich beherrscht, kann diese Socken gemütlich beim Fernsehen stricken.

Ich kann nicht mal den klassischen Maschenstich (kitchener stitch), bin da irgendwie zu dösig zu - aber es gibt ja immer mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel den Finchley Graft, den ich sehr liebe und weiter oben verlinkt habe. Das Ergebnis ist genauso sauber und schön. 

Langer Rede, gar kein Sinn: diese Socken sind ungewohnt zu stricken, aber nicht schwierig. Einfach stur an die Anleitung halten und weitermachen; zwischenzeitlich, kurz vorm Ferse zusammenbasteln, sieht die Socke ziemlich lang und merkwürdig aus - keine Sorge, das muss so. 

Sie sitzen auch ziemlich gut, womit ich nicht wirklich gerechnet hatte.

Auch schön: das Muster eignet sich super für komisches selbststreifendes Garn (wie meins), Hardcore-Pooling oder zickige Handfärbungen.

Diese Socken waren erstaunlich chillig zu stricken, und der AHA!-Moment bei der Ferse macht Spaß.


Bleiben noch drei Punkte auf der Liste... ich denke, ich starte mit dem für mich Übelsten und versuche es mit Fairisle. Ich hasse Fairisle.



Mittwoch, 12. August 2020

August: Regenbogendünen

 Dieses Mal gibts was Schlichtes.

 Ich habe aus einem uralten Sparpaket von Butinette noch ein recht schwieriges Knäuel SoWo gehabt, das bildschön, aber durch die Färbung auch nicht wirklich gut zum Musterstricken geeignet war.

Also gabs was Effes mit Dreh - die Ferse hier its spannend, und durch das Rippmuster unterm Fuß sitzt die Socke gut.

Das Muster ist von DROPS Design und heißt White Dunes.

Ich habe für Spaß noch einen Rollrand gestrickt, ansonsten nach Anleitung für Größe L.

Die fertigen Socken sitzen sehr gut, einziger Kritikpunkt: mir persönlich ist das Bein etwas zu kurz.












Juli: ich mag Zöpfe

Jepp... schon wieder ein Zopfmuster, und schon wieder von Micha Klein alias wolletraum.

Warum?
Nun, äh... ich mag Zöpfe?
Und ich mag die Anleitungen von Micha Klein, die gut designt, gut strukturiert und angenehm easy zu stricken sind.

Diesmal habe ich mich für das Muster HeXenknoten-Zauberei entschieden, das sehr gut mit selbstmusternden und einfarbigen Garnen aussieht und einfach zu merken und stricken ist.

Notizen:
  • wegen eines Anfalls totaler Idiotie das Muster über die Fersenwand weitergestrickt.
  • die SoWo ist aus dem Buttinette Sparpaket "Farbenglück" (glaube ich zumindest)
  • Nadelstärke 2,5
  • Herzchenferse
  • Bandspitze im Muster (ohne Zöpfe) gestrickt
Ansonsten gibt es nicht allzuviel zu sagen bzw schreiben... 

 

  • Katzenhaare. 
     
     

    Von vorn.
     

    Herzchenferse, Detail.
     
     
  • Fersenwand mit Zopfmuster.
     
    Zopfdetail.


    Seitlich.
     






Freitag, 10. Juli 2020

Juni: Socken mit Fersenpatch

Das Muster stammt aus Ewa Jostes' "Neue Patchworksocken stricken", das gebraucht oder als Kindle-Ausgabe erhältlich ist.

Gewählt habe ich das muster, weil ich ein ziemlich wild musterndes Ringelgarn hatte und außerdem mal was anderes stricken wollte als Zopfmuster.



Notizen zu diesen Socken:
  • Garne: Regia Funstripe Color #3726 und Aktiv Uni in schwarz-
  • Nadelstärke 2,5
  • Chinese waitress CO mit Häkelnadel 3,0
  • Fersenpatch komplett kraus rechts (fand ich hübscher), geschlossen mit Finchley graft

Ich habe das Drehbündchen, den Patch und die Spitze mit Regia gestrickt, der Rest in schwarz.
Ich fand die Anleitung teil ein wenig ...verwirrend und habe nach dem Patch mehr oder weniger nach bestem Wissen alleine weitergewurchtelt...





Mai: Prinzessin Wasabi



Was lange währt wird endlich gut... wobei, das ist Quatsch, ich hatte mit disem Muster keine Probleme, ich hab nur rumgebummelt, weil ich zwischendurch die fixe Idee hatte, endlich gescheit Häkeln zu lernen (Spoiler: hat geklappt).
Und dann ewig und drei Tage zum Posten gebraucht.

Verwendet habe ich Supergarne Aktiv Uni in Apfelgrün, ein schönes Granny-Smith- oder Wasabigrün.
Das Muster ist Safe Harbor, ein Design von Amy Rapp, die es "für umme" als Ravelry-Download online gestellt hat.

Das Muster ist sehr gut erklärt und trotz Fallmaschen, die wieder aufgepopelt werden, Zöpfen und Spitze nicht schwer zu stricken und gut zu merken.
Anmerkung: wer eher stramm strickt (wie ich) UND klobige Füße hat (wie ich) pfuscht vielleicht zwischen den Mustern ein paar linke Maschen dazu undoder nimmt eine dickere Nadel - ich würde die Socken über die Füße bekommen, aber sie sind was spack.
Also habe ich sie etwas länger gestrickt, sie wandern in die Weihnachtskiste und wärmen dann im Winter Damenfüße in Größe 42/43.


Modifikationen:
  • Mir hat das Originalbündchen nicht gefallen, also habe ich ein neues gebastelt, das ins Muster übergeht.
  • Ich habe eine Herzchenferse mit verstärkter Fersenwand (Eye of Patridge-Muster) gestrickt und für die Spitze die gute alte Bandspitze gewählt.


Nicht schön gezeichnet, aber hoffentlich brauchbar: mein Bündchenchart.



Nur echt mit Krümeln am Boden und Narbe am Bein.