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Montag, 14. Juli 2025

Quietschbunte Mustersamplersocken

Dieses Garn lag schon länger, weil es sich nicht in den von mir versuchten Mustern verstricken lassen wollte.

Und glatt rechts ist ja auch irgendwie langweilig... 


Nuhuuuuun... dann versuchen wir was ganz anderes und stricken ein paar einfache Strukturmuster.

Beide Socken sind toe-up mit 68 Maschen (ich stricke recht stramm), runder Bumerangferse ala Sylvie Rasch und 2×2-Bündchen gestrickt, aber mit unterschiedlichen Mustern.




Socke 1:

  1. Sunshine, 3 Rapporte
  2. Half linen stitch, 4 Rapporte
  3. Andalusian stitch, 3 Rapporte plus eine Runde rechts
  4. Schuppenmuster, 3 Rapporte 
  5. Jute stitch, 6 Rapporte 
  6. Waffelmuster, 5 Rapporte 
  7. Überzieher-Muster, 6 Rapporte plus Runden 1 und 2
  8. Sand stitch, 6 Rapporte plus eine Runde links
  9. Roman stitch,  3 Rapporte.
  10. 2×2-Rippmuster (Bündchen)




Socke 2:
  1. Broken seed stitch, 5 Rapporte
  2. Bambusmuster, 4 Rapporte 
  3. Seersucker, 2 Rapporte plus Runden 1 und 2
  4. Stepping Stones, 5 Rapporte plus 2 Runden
  5. Kästchen, 2 Rapporte plus Runden 1-3 Rapporte (Muster weiter unten, türkis hinterlegt)
  6. Double moss, 5 Rapporte
  7. Toasty twist, 14 Runden
  8. Double woven stitch
  9. glatt links
  10. Bündchen

 

Die Muster en detail:




Sunshine: einfach zu stricken, der Effekt könnte toll für etwas weniger hysterisches selbstmusterndes Garn sein - da als "Trenner" zwischen zwei Ringeln *Chefs kiss*

Half linen stitch: genial für Färbungen wie diese. Der Stoff ist etwas dicker und neigt zum Zusammenziehen; wenn man eine ganze Socke damit stricken will, müssen ein paar Maschen mehr aufgenommen werden, und etwas mehr Verbrauch mit veranschlagt werden. Da der Stoff etwas dicker und robuster ist, eignet sich dieses Muster auch gut für Fersenwände.

Andalusian stitch: hmmm. Einfach und bei einfarbigen oder zumindest weniger wilden Garnen recht hübsch. Wäre für solche Garne wie dieses aber nicht meine erste Wahl. 

Schuppenmuster: wirkt eigentlich immer, aber auch hier finde ich das Garn einen Hauch zu wild - Färbung und Muster fressen sich nicht gegenseitig,  aber eine ruhigere Färbung wäre einfach schöner. Macht aber Spaß beim Stricken, ein schönes, einfaches Muster, das für Uni und selbststreifende Garne funktioniert. Sogar für diese Clownkotze im Mixer.


Jute stitch: wie für solche Musterungen entwickelt. Einfach zu stricken, ein wenig elastisch, aber wie beim nah verwandten Half linen stitch ist der Stoff ein wenig dicker und puckert ein wenig. Das bitte beachten, wenn man einen ganzen Strumpf daraus zaubern möchte.

Waffelmuster: wirkt eigentlich am Besten bei einfarbigen Garnen, hier verschwindet es fast in der Färbung.

Überzieher: einfach und eingängig, gefällt mir sogar bei diesem Härtefall sehr gut.



 

 

 

 

 

 

Sand stitch: ein effes Rechts-Links-Muster, das mir hier aber überraschend gut gefällt. Auch brauchbar für Bündchen.

Roman stitch: eigentlich ein sehr nettes und einfaches kleines Müsterchen, aber hier? Nun ja, wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Aber sehr hübsch bei einfarbigem Garn.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Broken seed stitch: Super für Garne wie dieses, der Effekt erinnert mich an Reptilienhaut. Wenn man dieses Muster in der Runde stricken möchte, immer eine ungerade Maschenzahl wählen.

Bambus: Schönes Muster, harmoniert sogar mit dieser kreischbunten Wolle hier, sieht aber auch in Uni sehr chic aus.

Seersucker: an sich ein schönes Rechts-Links-Muster, funktioniert hier aber nicht für 5 Pfennig. Versuch macht kluch, nä.












Kästchen: schöner in Uni, hier geht es verloren. Muster: Über 4 Maschen und 4 Runden; Runden 1-3: *3 rechts, 1 links* Runde 4: alle links

Double moss: hmmm... stört die Omma nich beim Bügeln, hier aber etwas langweilig. Double moss und sein Kumpel Irish moss machen sich aber ganz toll in Kombination mit Zopf- und Ganseymustern.

Toasty twist: einfach zu stricken, guter Effekt selbst bei diesem LSD-Traum von Färbung.









 

Double woven stitch: eine Variante vom Linen stitch, und obwohl das Muster mit dieser Färbung unruihg ist, gefällt es mir irgendwie in Kombination.

Glatt links: hat was, oder? Die Stoffeigenschaften sind wie bei glatt rechtem Gestrick, der Stoff ist dünn und recht elastisch.

Dienstag, 4. Januar 2022

September: Streifenparty (Streifen III - Ein Streifen hing am Glockenseil)

Dieser Post kommt reichlich spät, sorry dafür 😬

 

Das dritte Sockenpaar mit Regenbogenstreifen in ungewohnter Richtung, nach den Querverweis-Socken im Juni und den Crazy Stripes im August.

Die Anleitung ist gratis und *hier* zu finden - es gibt auch eine deutsche Version bei den Downloads.


Ich liebe dieses Garn, und hab mir sicherheitshalber eine zweite Kone bestellt - hoffentlich nimmt Supergarne die Rainbow-Reihe dauerhaft ins Sortiment.


Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 2,5 und Zing-Rundnadel in Stärke 2,5.

Die Socken mussten in Größe 42/43 gestridckt werden, da ich in meinem Freundeskreis reichlich hübsche weibliche Bigfoots habe 😁 ich musste also ein wenig rechnen - 21 cm bis zum Beginn des Innenknöchels, gemessen an der kangen Seite, haben genau gepasst.


Das Muster selbst ist pillepalle, wenn man sich stoisch an die Anleitung hält - dabei nicht wundern, vor dem Fersenschluß sieht die Socke RIESIG aus.

Geschlossen habe ich, als Maschenstichdödel, die Ferse im Finchley graft.

 

Als Abschluss habe ich ein 1*1-Bündchen gestrickt und mit JSSBO abgekettet. 

Und jetzt noch eine Bilderflut! 






Bein von vorne

Seite ohne Innenknöchelzunahmen

Innenknöchelzunahmen

Hier sieht man gut den Fersenverlauf und -schluss

Gut sichtbar: die Zunahmen für die Ferse auf der linken Seite, der Fersenschluß in Orange.


Freitag, 30. Juli 2021

Juli: Glitzerüberkrusteter Hardcorekitsch

Ich möchte so langsam meine Weihnachtskiste füllen, daher gabs schicke Tussisocken mit Perlen.





Gestrickt habe ich Martina Kupplers "Ein Himmel voller Luftballons", bzw davon nur das Bein und das Bündchen; für den Fuß habe ich eine runde Spitze und eine Hybridferse mit Zwickel unterm Fuß gestrickt.

 





Die Fersenrundung habe ich mit Doppelmaschen gestrickt, auch bekannt als German shortrows, die Fersenwand ist im Hebemaschenmuster gestrickt.

 

Lila: Verlauf des Zwickels

Gelb: Fersenform

Türkis: Fersenwand

 


 

Die Socken werden toe up gestrickt, ich habe die Zunahmen für den Zwickel mittig unter dem Fuß begonnen und v-förmig zugenommen.


Die Fersenrundung habe ich mit Doppelmaschen geformt.







Die Perlen sind 8/o-Rocailles mit Silbereinzug in klar, türkis und blau, 8/o Reste in verschiedenen Blau- und Weißtönen und 6/o in goldfarben.


Freitag, 25. Juni 2021

Juni: Ruckizucki Regenbogen

Eigentlich wollte ich zum Pride Month 2021 wunderbare Entrelacsocken in Regenbogenfarben stricken.

Gut, das habe ich auch zu etwa einem Viertel 😆 - ich hatte toe up begonnen, zwischendurch gewissenhaft die Fäden vernäht... und dann festgestellt, dass dieses eine Socke mit mindestens Größe 47 geworden wäre, weil ich im Überschwang der Begeisterung zuviele Rapporte gestrickt habe... jetzt ist die halbe Regenbogensocke ein Regenbogenkuschelkissen für Klaus-Dieter, den kleineren meiner Meerschweinmänner (der Große, Herbert, frisst alles an).


Also "musste" eine neue Idee her.

 


 

 

Da ich noch eine 3/4 Kone mit Supergarne Aktiv 4fach Rainbow habe, das schöne mittelschmale Streifen bildet und mehrere Modelle von Sybil R in der Queue, habe ich mich für den Querverweis entschieden.

 

Sybils Blog ist eine ausdrückliche Leseempfehlung - die Frau ist genial! 

Neben tollen Socken, oft mit verkürzten Reihen oder Intarsien gearbeitet, finden sich vor allem auch ungewöhnlich und clever konstruierte Handschuhe.

 

Gestrickt habe ich mit 64 Maschen auf Nadelstärke 2,5.

 

Die Socke wird toe up gestrickt.

Statt Sybil Rs Spitze habe ich meine Lieblingsversion für runde Toe up-Spitzen gestrickt.

Dazu schlägt man ein Viertel der Gesamtmaschen im JMCO (oder dem persönlichen Lieblingsanschlag) an - hier also 16 Maschen; 8 auf beiden Nadeln der Rundnadel.

Jetzt 4 Maschen je Runde zunehmen (jeweils nach der ersten und vor der letzten Masche auf beiden Nadeln), bis die Hälfte an Gesamtmaschen erreicht ist; bei mir also 32, 16 auf jeder Nadel.

Jetzt immer abwechselnd eine Runde glatt rechts, eine Zunahmerunde, bis alle Maschen komplett sind - 64 Maschen, 32 ja Nadel.

2 Runden glatt rechts.

 

Dann beginnt der erste Short Row-Teil, der dreieckig geformt ist.

 

Sybil hat mit Shadow wraps gearbeitet - bei mir sehen die im ungedehnten Stoff etwas bucklig aus, getragen sind sie nahezu unsichtbar.

Wen das stört: rein optisch gefallen *mir* Doppelmaschen alias German Short Rows besser, aber ich habe die erste Socke jetzt nach Anleitung gearbeitet, also muss die zweite auch so gemacht werden.

Beim Tragen ist wie gesagt kaum ein Unterschied zwischen Shadow wraps und Doppelmaschen zu sehen, nur an der "leeren" Socke. 

 


 

In diesem Teil wird übrigens regelmäßig zugenommen - das muss so, damit der diagonal gestrickte Teil nicht zu eng wird.

In der Anleitung wurde die Zunahmemethode nicht präzisiert, ich habe aus dem Querfaden zugenommen.

Ich hatte am Ende des ersten Short Row-Teils 72 Maschen auf den Nadeln.

 

 



Der Diagonalteil könnte ggfs gekürzt werden, wenn die eigene Maschenprobe stark von Sybil Rs abweicht oder man für kleine Schuhgrößen strickt - ich bin gut ausgekommen.

 

Der zweite Short Row-Teil ist wieder dreieckig und wird in Reihen gestrickt, dabei werden die im ersten Teil zugenommenen Maschen wieder gleichmäßig abgenommen.

 

Darüber wird dann, bis zum Fersenbeginn, wieder glatt rechts in der Runde gestrickt.

 

Ich wollte die Streifen nicht unterbrechen und habe eine nachträglich eingestrickte Ferse gearbeitet.

Dazu einen glatten Garnrest, möglichst in Kontrastfarbe, mit einer Hilfsnadel einmal über alle Fersenmaschen stricken.

Direkt nochmal, mit dem Arbeitsgarn und der freien Seite der Rundnadel, über die exakt gleichen Maschen stricken.

 

Darüber habe ich solange glatt rechts gestrickt, bis das Sockenbein für meinen Geschmack lang genug war, ein 1x1-Bündchen drübergesetzt und im Interlock Bindoff abgenäht.

 

 

Für die Ferse dann den Hilfsfaden rauspopeln, die Maschen dabei auffangen und 3 Runden glatt drüberstricken; dabei mitzählen, ob alle Maschen (bei mir 64) da sind, keine zuviel, keine zu wenig, keine gefallen - das sonst ausgleichen (ich nehme meistens am Rand zusätzliche Maschen aus dem Querfaden auf, um keine Löchlein zu haben).

Nach den 3 Runden habe ich eine Propellerspitze gestrickt.




Alles sauber vernähen und auf zu Socke #2!

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Dezember: Blaue Biedermeierbeauties



 

Dieses schöne Muster, ein falscher Zopf und sehr, sehr simpel zu stricken, stammt aus dem Buch "Omas Strickgeheimnisse", ich werde daher keine Beschreibung und keinen Chart dazu basteln, das Buch aber - trotz ungewohnter Symbolik in den Strickschriften - wärmstens empfehlen.

Neu ist es nicht mehr zu bekommen, aber für wenig Geld gebraucht bei Ebay und Amazon.

Gestrickt habe ich die Socken toe-up auf der Rundnadel 3,0.

Die Socken haben eine runde Spitze und eine Hybridferse mit verstärkter Fersenwand.

Als Garn habe ich ein schönes veilchenblaues Garn von Gründl, HotSocks Pearl mit Kaschmirbeimischung, gewählt.

Dieses Garn ist echt himmlisch; ich habe noch zwei Knäuel in zartgrau und werde das auch bestimmt noch mal nachkaufen.

 

 

 

Viel schreiben kann ich eigentlich nicht zu diesen Socken, außer vielleicht zur Hybridferse: diese wird mit Zunahmen auf der
Fußunterseite, verkürzten Reihen und verstärkter Fersenwand
gestrickt.

 

Mit den Zunahmen habe ich ab 12,5cm Länge begonnen (meine Faustregel: halbe Fußlänge) und zwar von der Fußmitte ausgehend v-förmig nach außen. 

So schmiegt sich die Ferse noch etwas mehr um den Fuß.


Die Zunahmen auf der Fußunterseite

Die Passform dieser Zunahmeform, plus orangefarbene Fuseln



Montag, 21. September 2020

September: Auf der schiefen Bahn










 Ich gehe mal meine Strickziele für dieses Jahr durch:

  1. wenigstens ein Fairisle-Projekt
  2. wenigstens ein eigenes Design plus ausgeschriebene Anleitung im Blog
  3. einmal Entrelacsocken
  4. einmal lustig konstruiert  ✔
  5. einmal mit verkürzten Reihen  ✔ (Bein)
  6. und mindestens ein Projekt, das schon ewig auf der To do-Liste herumgammelt ✔ (fast 11 Jahre!!!)

 

Diese Socken wären dann Punkt 4, 5 und 6 und ich weiß, dass das ein wenig gepfuscht ist... aber! ich habe durch eine operation an der Hand eine Zwangspause einlegen müssen und hoffe, mein normales Stricktempo bald wieder erreicht zu haben.

Ich habe in diesem Blogpost gefühlt 400 Links gesetzt; dies ist NICHT, weil diese Socken so unglaublich kompliziert zu stricken wären, sondern einfach, um es meinen wenigen, aber hoch geschätzten Lesern einfacher zu machen, nachvollziehen zu können, was die komische Tante im Internetz da macht und warum.

 Da ich ja bislang einen guten Lauf beim Verstricken oller Butinette-Paketwolle hatte, habe ich wieder ganz tief in die Wollkiste gegriffen und eine wirklich seltsame Farbkombination  ausgebuddelt...

Ich habe keine Ahnung, aus welchem Paket diese Wolle stammt, nur, dass es mit 100% Sicherheit Butinette ist. 

Das Muster heißt Skew und ist von Lana Holden erdacht; es ist ursprünglich in der Knitty-Ausgabe Winter 2009 erschienen und gratis. Es gibt auch eine deutsche Übersetzung.

Gestrickt habe ich die Socke mit Nadelstärke 3,0 und das Bündchen mit 2,5, das passt an meinen komischen Füßen ganz gut.

Ich habe mich stur an die Anleitung gehalten, die Ferse mit dem Finchley Graft geschlossen und mit JSSBO abgekettet.

 Diese Socken standen seit ihrem Erscheinen auf Knitty.com auf meiner Tanzkarte, und ich kann kaum glauben, wie lang ich sie vor mir her geschoben habe - sage und schreibe 11!!! Jahre.

Tatsache ist: wer links- und rechtsgeneigte Zu- und Abnahmen stricken kann (und für beides reicht ein Besuch bei YouTube) und den Maschenstich beherrscht, kann diese Socken gemütlich beim Fernsehen stricken.

Ich kann nicht mal den klassischen Maschenstich (kitchener stitch), bin da irgendwie zu dösig zu - aber es gibt ja immer mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel den Finchley Graft, den ich sehr liebe und weiter oben verlinkt habe. Das Ergebnis ist genauso sauber und schön. 

Langer Rede, gar kein Sinn: diese Socken sind ungewohnt zu stricken, aber nicht schwierig. Einfach stur an die Anleitung halten und weitermachen; zwischenzeitlich, kurz vorm Ferse zusammenbasteln, sieht die Socke ziemlich lang und merkwürdig aus - keine Sorge, das muss so. 

Sie sitzen auch ziemlich gut, womit ich nicht wirklich gerechnet hatte.

Auch schön: das Muster eignet sich super für komisches selbststreifendes Garn (wie meins), Hardcore-Pooling oder zickige Handfärbungen.

Diese Socken waren erstaunlich chillig zu stricken, und der AHA!-Moment bei der Ferse macht Spaß.


Bleiben noch drei Punkte auf der Liste... ich denke, ich starte mit dem für mich Übelsten und versuche es mit Fairisle. Ich hasse Fairisle.



Montag, 30. Dezember 2019

Langeweile hoch 3, der erlösende dritte Teil!

Packt die Konfettikanone aus, die Langeweile hat ein Ende!!! 👯👯👯

Das letzte Paar langweiliger glatt rechter Toe-ups ist (längst!) fertig.

Ich habe allerdings eine gute Entschuldigung, warum ich längere Zeit missing in action war:  ich bin pflegender Angehöriger, und diesen Sommer wurde, mehr oder weniger zufällig, bei meiner Mutter  ein großer Tumor im Darm gefunden.
Wir haben mehr oder weniger 7 Wochen nur im Krankenhaus verbracht, sie krank im Bett und ich händchenhaltend daneben. 
Krebs plus Depressionen und Angstzuständen, die beiden letzten bei uns beiden... ich hatte also, bei aller Liebe, nicht wirklich Zeit zum Stricken und Bloggen.
Das war für meine Familie ein absolut grässliches Jahr, und ich bin froh, damit abschließen zu können.
BITTE, tut Euch (und Euren Angehörigen) einen Gefallen und geht zu Untersuchungsterminen! Ernsthaft, einen kleinen, früh erkannten Tumor kann man gut behandeln!

Back to topic:
Diese sind für mich selbst, damit ich als Dauerstricker auch mal gescheite Socken an den Füßen habe und nicht immer nur Übungsexemplare, Fehlersammlungen und verstrickte Reste... *öhömm*

Und weil ich mich sehr, sehr lieb habe, zumindest manchmal, sind diese genau an meine Gruselhufe angepasst UND aus einem eklig teurem, aber eben auch sehr hübschem Zauberball Stärke 6 (Route 66, rund 18 €).



Das Wichtigste in Kürze:
  • ich habe furchtbare Füße - knochige, sehnige Abscheulichkeiten mit spitzen Zehen, breiten Ballen und superhohem Spann. Alles knorpelig-knochig, mit Neigung zu Überbeinen und blasenanfällig. Socken müssen also gescheit passen.
  • Das Ganze in Größe 39/40.
Nebenbei - wer ähnlich verwachsene, breite, hohe, kurze Mauken hat und neue Schuhe braucht: schaut Euch K-Swiss Belmont an. Und Adidas, besonders die Modellreihen Superstar und Stan Smith. Alles klassische Sneaker in vielen Farbvarianten, die zumindest an meinen grässlichen Füßen gut sitzen, ohne zu scheuern oder zu drücken. Und in Zwischengrößen wie 39,5 erhältlich.
Generell scheinen die zwei weiter zuzuschneiden als bspw. Puma oder Nike (DER Tipp für schmale Füße btw).

Zurück zur Socke: Ich habe mir überlegt, dass ich gerne eine anatomische Spitze und eine Zwickelferse haben möchte.

Gestrickt habe ich auf einer Rundnadel Stärke 3,75.




Anschlag 12 Maschen mit JMCO, jeweils zwei Maschen je Runde und Nadel zugenommen, bis ich 36 Maschen total hatte.

Ab dann immer eine glatt rechte, eine angepasste Zunahmerunde, bis ich 48 Maschen total hatte.

Jetzt stur glatt rechts Maschen bis zur Hälfte der gewünschten Länge dreschen (bei mir 12,5 cm für Größe 39/40, bzw halbe Fußlänge), ab dann auf der Sohlenseite für die Ferse zunehmen: in jeder ungeraden Runde zwei Maschen auf der Sohlennadel zunehmen, eine Runde rechts, bis die Fersernnadel insgesamt 48 Maschen hat, das ergibt 72 Maschen total.



Gusset=Zwickel, Heel= Ferse
Die Maschen der Fersennadel jetzt aufteilen :
- 12 Maschen für die Fersenwand,
- 24 Maschen für die Fersenrundung
- nochmal 12 für die Fersenwand

Ich setze da Markierer zwischen.
Die verkürzten Reihen stricke ich als Doppelmaschen.

Rechnung für die Fersenrundung: 24/3=8; das heißt, je 8 Maschen sind Doppelmaschen, die 8 in der Mitte stricke ich normal.




Als Fersenwandmuster habe ich das Leinen- oder Webmuster, auf englisch linen stitch, gewählt.



Das Bein ist dann wieder in effem glatt rechts.



Als Bündchenmuster habe ich ein Rippenmuster gewählt, und damit es nicht gar so langweilig ist, in jeder vierten Runde den Rapport um eine Masche versetzt.






Freitag, 8. November 2019

Langeweile hoch 3, Part II: Beigeblöd

Teil 2 unseres Triptychons der Langeweile hat sogar eine langweilige Farbe.
Immerhin ist der Spaß selbststreifend *seufz* und nicht beige-wollweiß/mehlwurmfarbig pur.

Aber gut, nicht jeder mag kreischbunte Socken, manche bevorzugen dezente Eleganz.
Und wer will, dass sich die Beschenkten über das mühsam geklöppelte Strickgut freuen, strickt halt auch mal Dinge, die man selbst nicht unbedingt genauso haben möchte.
Meins ist es nicht, aber mein Geschmack ist je nachdem, wen man fragt, ja auch genial bis grenzwertig. Meistens beides gleichzeitig. 💀

Hui, so spannende und bunte Farben.😐


Das Wichtigste zu dieser Socke:
  • wieder eine 39/40, für schmalere Füße; "dank" Rechen- oder Messfehler ist es eine 42/43 geworden,
  • zwar keine gesundheitlichen Probleme, trotzdem kann guter Sitz nie schaden.
Ich habe mich diesmal für Yarmandos Evil Genius socks entschieden, diese Herangehensweise reizt mich schon länger; das "Rezept" funktioniert mit jedem Garn, die Spitze bildet dabei den Swatch, und man kann die Socke ohne großes Rechnen sehr gut anpassen.



Angeschlagen habe ich für die Spitze im Turkish Cast-On, und zwar 6 Wicklungen, also 12 Maschen gesamt.
Die Spitze habe ich nach Anleitung gestrickt, meine Gesamtmaschenzahl ist hierbei 44 Maschen.


Das Garn ist wieder Bellalana Socks 6fach.


Für den Zwickel und die Ferse hatte ich folgende Zahlen:
  • Runden je Zoll=7
  • Fußlänge in Zoll=10
  • Runden*Fußlänge=70 Runden für den ganzen Fuß
  • nach Tabelle: Runden für die Zwickelzunahme=30
  • ergibt 40 Runden inklusive Anschlag bis zum Zwickelbeginn
Und weil ich stinkefaul bin und keine Lust zum Zählen hatte, habe ich vorm Zwickelbeginn nachgemessen: 12,5cm.

Zwickel und Ferse habe ich nach Anleitung und mit den Zunahmen aus der Anleitung gestrickt.
Zwickelzunahme per Umschlag, wie in der Anleitung, dann zwei Runden rechts ~ 60 Maschen gesamt, 22 Spannmaschen, 38 Sohlenmaschen=mit Nadelspiel 19 Maschen je Fußnadel.

Englisch beschriftet, because I can 😏


Hätte ich die Ferse stur nach Anleitung gestrickt, hätte ich danach allerdings 8 Maschen zu wenig gehabt, beziehungsweise 4 je Nadel... :/

Stattdessen habe ich ein wenig gepfuscht, um wieder auf 11 Maschen je Nadel zu kommen.

Keine Ahnung, ob der Fehler jetzt bei mir oder der Anleitung lag, wahrscheinlich habe ich irgendwas überlesen.
Egal, es ist eine recht attraktive Ferse ohne Löchlein oä herausgekommen, die auch noch simpel zu stricken war. 😀

Das Bein habe ich wieder glatt rechts gestrickt, danach 15 Runden *1 rechts verschränkt, 1 links*

Abgekettet habe ich in Jeny Stainmans Surprisingly Stretchy Bind-Off, das ist schön elastosch, zieht sich gut wieder zusammen und sieht ordentlich aus.




Weil ich zwischenzeitlich unter einem Schub von Idiotie mit Anfällen akuter Dämlichkeit litt, sprich: mich irgendwie in diesem an sich sehr simplen Muster komplett verhauen habe, habe ich bei der zweten Socke zweimal kompletten Unsinn gemacht und erst beim dritten Anlauf triumphiert...

Sowas passiert, wenn man a) zuviel Zeit zwischen Socke 1 und 2 vergehen lässt, b) keine gescheiten Notizen macht, c) die dürftigen Notizen dann verbummelt und d) zu doof ist, die Anleitung richtig zu lesen... das plus Stress, da ich einen doch ziemlich heftigen Krankheitsfall in der Familie hatte.

Mein Fazit zur Anleitung: ziemlich simpel, aber genau lesen und häufiger mal anprobieren oder nachmessen.

Freitag, 6. September 2019

Langeweile hoch 3, Part I: Clownkotze-Socken


Ich habe es ja schon angedroht angekündigt: es wird langweilig.

Denn es gibt jetzt nach und nach dreimal dicke, von der Spitze zum Bündchen gestrickte, glatte, musterlos langweilige Socken...
Socken der Marke Hirnmatsch also.

Aaaaaber!
 Das ist eine gute Gelegenheit, zum einen schnell den Weihnachtskorb etwas zu füllen, etwas Neues zu lernen (immer gut!) und mal verschiedene Anleitungen auszuprobieren (auch immer gut).

 Den Anfang macht das Bellalana-Garn mit sehr  bunten und wilden Streifen.
Erinnert mich ja an Clownkotze oder Papagei im Moshpit, aber man könnte wohl auch "kunterbunt" oder "Regenbogenkonfetti" oder so dazu sagen. Könnte man.
Man ist aber nicht ich, darum heißen die Socken jetzt Clownkotze-Socken


Was ich hierzu beachten muss:
  • die zukünftige Besitzerin dieser Socken leidet unter Diabetes Typ 2, das heißt, es darf nichts drücken oder scheuern.
  •  zuzüglich hat Madame häufig geschwollene Knöchel. 
Meine Überlegungen waren, Scheuern an den Zehen mit einer anatomischen Spitze zu verhindern und gegen das Schwellungsproblem mit einer Zwickelferse anzugehen. 💪

Ich habe mich dann für Fleegles Ferse plus anatomische Spitze entschieden.

Pluspunkt für diese Socke: ich kann an meinen Füßen anprobieren obs passt - ich habe zwar weder Diabetikerfüße noch geschwollene Knöchel, aber knochige Abscheulichkeiten mit Mörderspann, breiten Ballen und spitzen Zehen.
Ganz zauberhaft, und irgendwann sicher präpariert bei Körperwelten in der Freakshow-Ecke Kuriositätensammlung zu bestaunen. 😝


Da ich mit SoWo 6fach stricke, die mir außerdem ziemlich dick vorkommt, habe ich 48 Maschen und Nadelstärke 4,0 für eine Größe 39/40 veranschlagt.



Alles so schön bunt hier ♫♪


Die anatomische Spitze habe ich wie folgt gestrickt:
12 Maschen mit JMCO angeschlagen, Zunahmerunden only gestrickt, bis ich 36 Maschen gesamt hatte, dann angepasste Zunahmerunden.

Bei normalen Zunahmerunden verdopple ich dazu die erste und vorletzte Masche auf dem Spann, dann das Gleiche nochmal auf der Sohlenseite - 4 Maschen zugenommen, an allen Ecken der Socke.
Bei angepassten Zunahmerunden verdopple ich für die linke Socke die erste Masche auf dem Spann und die vorletzte auf der Sohle; für die rechte Socke dementsprechend die vorletzte Masche auf dem Spann und die erste Masche auf der Sohle - 2 Maschen zugenommen, an der Fußaußenkante.

Als ich 24 Maschen auf dem Spann und 24 auf der Sohle hatte, habe ich glatt rechts Maschen gedroschen, bis die Socke rund 12,5 cm lang war.

Oben die zwei Nadeln mit den Spannmaschen, unten die Fersenmaschen nach den Zunahmen.


Zugenommen habe ich wie in der Anleitung, bis auf 46 Sohlenmaschen, also 70 Maschen total.
Die Socke maß nun 20 cm.

Die Pfeile markieren die Maschen, die für die Ferse zusammengestrickt werden.


Die Ferse selbst ist pillepalle zu stricken, aber weil ich doof bin, habe ich die Gelegenheit verpasst, die Fersenwand, die hier als auf der Spitze stehender Keil entsteht, zu verstärken.
Ist in diesem Fall zwar relativ egal, da die Empfängerin dieser Socken fast immer hinten offene Schuhe trägt, aber trotzdem...

Die Ferse bildet ein auf die Spitze gestelltes Dreieck.


Das Bein habe ich dann von der Keilspitze der Ferse an 16 cm hoch gestrickt, 15 Runden Bündchen (1 rechts verschränkt, 1 links) darüber gestrickt und im JSSBO abgekettet.



Aufgrund der Machart sieht die Socke wie eine Kleinkindersocke aus - angezogen sitzt das Ding allerdings top.




Für Leute mit flachem Spann und zarten Knöcheln dürfte diese Ferse allerdings nun wirklich nichts sein - für ihre zukünftige Besitzerin sind diese Socken aber ideal.